Stein des Anstosses

Gedanken zu Advent
(1. Advent: 2. Dezember 2018)

 Wer fragt sich eigentlich heute noch, was «Advent», zumindest für die Christenheit, wirklich bedeutet?

 

Aus *wikipedia*, der klugen Enzyklopädie ist folgendes zu lesen:

„Advent (lateinischadventus „Ankunft“), eigentlich adventus Domini (lat. für Ankunft des Herrn), bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten, vorbereitet. Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt nach katholischer wie evangelischer Tradition auch das neue Kirchenjahr.

Zwischen der Konfession der Adventisten und der geprägten Zeit des Advents besteht eine mittelbare Verbindung, da sich beide Bezeichnungen auf die Ankunft Christi beziehen“.

 

Mit anderen Worten bedeutet dies: Während vierer Wochen wird der Ankunft bzw. der Geburt von „Jeshua“ (aramäische Bezeichnung für „Jesus“) gedacht. Auch ich persönlich stimme mich auf diese „Hohe Zeit“ ein, denn Menschen, die es geschafft haben, bedingungslos auf dem *Pfad der Liebe* zu wandeln, sind auch mir ein leuchtendes Vorbild.

 Dabei spielt keine Rolle, ob sich alles wirklich so zugetragen hat wie es uns die kanonischen Evangelien glauben machen wollen. Sicher muss, was astronomisch nachgeprüft werden kann,   ein kosmisches Himmelszeichen, der sog. „Stern von Bethlehem* für weise, gelehrte Männer (Frauen spielten zu jener Zeit des absoluten Patriarchats bloss eine untergeordnete, dienende, gebärende Rolle nach Niederschrift dieser Zeilen: Sternstunde Religion vom 18.11.2018 „Sexualität – Gottes unheilige Geschenk“) am Firmament klar erkenb- und sichtbar gewesen sein.

 Was aber unklar ist, das sind die Zeit der Geburt (sowohl Geburtsjahr, als auch Geburtsmonat) und der Ort der tatsächlichen Niederkunft der Myriam (latinisiert: Maria). Etliche Bibelwissenschaftler  setzen den Zeitpunkt der Geburt ins Frühjahr, weil nur dann es für Hirten nicht so kalt war, um mit ihren Schafen draussen zu nächtigen.

Es stellten sich noch viele weitere Fragen, die ich hier aber aus Respekt vor den Gläubigen nicht stellen möchte. Ein jede, ein jeder mag doch glauben, was sie, was er möchte. Wenn wir dies achten und respektieren, dann bewegen wir uns bereits auf den *Pfad der Liebe* zu, dann sind wir an der Seite dieses Grossen, des wohl weltweit bekanntestem Liebenden der Weltgeschichte. Alles andere ist Glaubenssache.

 Zur Adventszeit sollten wir barmherzig unsere Herzen öffnen*, der Nächsten, dem Nachbarn empathisch** fühlend begegnen und auch altruistisch*** handeln. Dies wäre ganz im Sinne des „Jeshua“, und fände Wohlgefallen „in den Himmeln“.

 

Liebe Leserin, lieber Leser, bist DU bereit dazu? Sagst du mit fester, klarer Stimme: „Ja, ich will“?

 Und du brauchst nicht einmal einer Religion zu folgen, denn „es ist die Liebe, die die Welt im Innersten zusammenhält“ (Johann Wolfgang von Goethe).

  Wie dies „gel(i)ebt“ werden könnte zeigt die nachstehende Anekdote auf:

 Von Rainer Maria Rilke gibt es eine Geschichte aus der Zeit seines ersten Pariser Aufenthaltes.

«Gemeinsam mit einer jungen Französin kam er um die Mittagszeit an einem Platz vorbei, an dem eine Bettlerin sass, die um Geld anhielt. Ohne zu irgendeinem Geber je aufzusehen, ohne ein anderes Zeichen des Bittens oder Dankens zu äussern als nur immer die Hand auszustrecken, sass die Frau stets am gleichen Ort. Rilke gab nie etwas, seine Begleiterin gab häufig ein Geldstück. Eines Tages fragte die Französin verwundert nach dem Grund, warum er nichts gebe, und Rilke gab ihr zur Antwort: “Wir müssen ihrem Herzen schenken, nicht ihrer Hand.” Wenige Tage später brachte Rilke eine eben aufgeblühte weisse Rose mit, legte sie in die offene, abgezehrte Hand der Bettlerin und wollte weitergehen.

 Da geschah das Unerwartete: Die Bettlerin blickte auf, sah den Geber, erhob sich mühsam von der Erde, tastete nach der Hand des fremden Mannes, küsste sie und ging mit der Rose davon.

Eine Woche lang war die Alte verschwunden, der Platz, an dem sie vorher gebettelt hatte, blieb leer. Vergeblich suchte die Begleiterin Rilkes eine Antwort darauf, wer wohl jetzt der Alten ein Almosen gebe.

 Nach acht Tagen sass plötzlich die Bettlerin wieder wie früher am gewohnten Platz. Sie war stumm wie damals, wiederum nur ihre Bedürftigkeit zeigend durch die ausgestreckte Hand. “Aber wovon hat sie denn all die Tage, da sie nichts erhielt, nur gelebt?”, fragte die Französin. Rilke antwortete: “Von der Rose . . .”»

 „Von der Rose“, darum noch der berührenden Song von Amanda McBroom, performed by Bette Midler: https://www.youtube.com/watch?v=zxSTzSEiZ2c

 

HerzLICHsT

Euer Rolf

 

 Begrifflichkeit

* Barmherzigkeit

Die Barmherzigkeit ist eine Eigenschaft des menschlichen Charakters. Eine barmherzige Person öffnet ihr Herz fremder Not und nimmt sich ihrer mildtätig an. Wikipedia

** Empathie

Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Wikipedia

*** Altruismus

Altruismus bedeutet in der Alltagssprache „Uneigennützigkeit, Selbstlosigkeit, durch Rücksicht auf andere gekennzeichnete Denk- und Handlungsweise“, kann bis heute jedoch nicht allgemeingültig definiert werden. Wikipedia

 

TV – Schlagzeilen

Sendung «Sternstunde Religion – Sexualität: Gottes unheiliges Geschenk» – 18.11.2018 10:00 Uhr – TV-Programm von …Schweizer Radio und Fernsehen SRF)

KINO – FILM (Regisseurin Barbara Miller)

«Female Pleasure» (deutsche Untertitel

(«weibliches Vergnügen)» aus der Sicht der 5 männlich dominierter Weltzreligionen)

«Sternstunde Religion», 6.Januar 2019

«Was sagen uns die Sterne wirklich»

Konjunktion Saturn & Jupiter zur Zeitenwende, von blossem Auge am Himmel sichtbar, ein ganzes Jahr lang. Bei solchen Konstellationen gibt es jeweils weltweit grosse Umwälzungen, politische Veränderungen sowie Naturkatastrophen. Kein Wunder, dass sich «Herodes», von seinen Sterndeutern beeinflusst,  zu Gewalt hat verleiten lassen (Tötung der 2-jährigen u.a.), glaubt man der Bibel. Sternstundenmoderatorin Olivia Röllin (Philosophin) im Gespräch mit dem Religionswissenschafter & Astrologen Kocku von Stuckrad.

https://www.srf.ch/play/tv/sternstunde-religion/video/was-sagen-uns-die-sterne-wirklich?id=34c297c0-552f-4221-9c44-e9a4f64ae30a

 

 

© Rolf von Wartburg,November  2018